Buchtipps der Städtli-Bibliothek

 

Aktueller Buchtipp:

Buchcover: Kleine Wunder um Mitternacht

Kleine Wunder um Mitternacht

Drei junge Einbrecher, die eine Nacht lang untertauchen müssen. Ein verlassener Laden, ein alter Mann, der mit Briefen das Schicksal der Menschen zum Guten wendet ...

Es ist kurz vor Mitternacht, als drei junge Einbrecher in einen verlassenen Gemischtwarenladen eindringen, um nach ihrem Raubzug unterzutauchen. Doch Atsuya, Shota und Kohei wird keine ruhige Stunde bis zum Morgengrauen gewährt: Ein Brief wird von außen durch einen Schlitz in den Laden geworfen, obwohl in der Dunkelheit vor der Tür kein Mensch zu sehen ist. Als ihn die erstaunten Kleinkriminellen öffnen, beginnt eine unglaubliche Geschichte, die eine Nacht lang das Leben unzähliger Menschen verändern wird - und eigentlich begann sie vor über dreißig Jahren, als ein weiser alter Mann mit seinen Worten kleine Wunder vollbringen konnte.

Der neue Roman des japanischen Autors ist aufregender als jeder andere konventionelle Thriller.

Keigo Higashino: Kleine Wunder um Mitternacht, Limes, 414 Seiten

Foto/Quelle: Buchhaus.ch

 

Buchtipp publiziert am 15.07.2021


Bisherige Buchtipps:

Buchcover: Die Telefonzelle am Ende der Welt

Die Telefonzelle am Ende der Welt

Eine Tagesfahrt von Tokio entfernt steht in einem Garten am Meer einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen – und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen blieben. So kommt eines Tages auch Radiomoderatorin Yui an den magischen Ort. Im Tsunami im Jahr 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. Die beiden nähern sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Und erlauben sich zum ersten Mal, dem Leben einfach seinen Lauf zu lassen. Ganz gleich, was es für sie vorgesehen hat ...

Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt Laura Imai Messina kraftvoll und poetisch über Verlust, Einsamkeit und der Schönheit des Lebens.

Laura Imai Messina: Die Telefonzelle am Ende der Welt, btb, 348 Seiten

Foto/Quelle: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 01.07.2021


Buchcover: Krumholz

Krumholz

Agatha verliert früh ihre Eltern. Taub geboren, muss sie sich ihr Leben ohne Laute erschließen und wird eine umso genauere Beobachterin. Sie wächst in einer »Armen- und Idioten-Anstalt« auf und findet als junge Frau Arbeit in einer Textilfabrik. Das erste Aufblühen endet jäh, als bei ihr Tuberkulose festgestellt und sie zur Erholung aufs Land geschickt wird. Täglich geht sie mit ihrem Stickzeug in den Wald - aus dem sie eines Tages nicht mehr zurückkommen wird. Zenz stammt ebenfalls aus ärmsten Verhältnissen. Verstoßen und verwahrlost, schlägt er sich mit Lügen und Stehlen durch. Auch er glaubt an ein besseres Leben, als es ihn in Künstlerkreise nach Paris verschlägt. Doch dann muss er zurück in seine Heimat, wo er fortan in den Wäldern haust. Eines Tages trifft er dort auf Agatha.

Flavio Steinmann erzählt vom Schicksal zweier Menschen, die ihren Verhältnissen nicht entkommen konnten.

Flavio Steinmann: Krumholz, Edition Nautilus, 198 Seiten

Foto/Quelle: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 15.06.2021


Buchcover: Aus und davon

Aus und davon

Um Himmelswillen, wo bleibt der Junge? Als ihr kleiner Enkel Bruno nicht zum Essen kommt, meint Elisabeth, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Ihre Tochter Cornelia hat sich von ihrem Mann getrennt und nimmt eine «Auszeit» in Pennsylvania. Stella, Brunos hinreissende ältere Schwester, treibt sich mit ihren Peers irgendwo in der Stadt herum. Und Bruno ist einfach weg. Einmal noch wollte Elisabeth Verantwortung übernehmen, Cornelia vier Wochen lang alles abnehmen, ohne Wenn und Aber. Doch seit dem Schlaganfall ihres Mannes ist der alte Schwung hin, und helfen kann ihr keiner.

Da sitzt Elisabeth mit ihren Enkeln in Stuttgart, dessen Überfluss nicht mehr zu den Nöten der Menschen in ihrer Umgebung zu passen scheint. Auf der anderen Seite meldet sich ihre Tochter aus Manhattan oder den Weiten eines provinziellen Hinterlands. Doch was nützt das, wenn ein Kind nicht nach Hause kommt?

Anna Katharina Hahn: Aus und davon, Suhrkamp, 308 Seiten

Foto/Quelle: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 01.06.2021


Buchcover: 50 Jahre Frauenstimmrecht

50 Jahre Frauenstimmrecht

50 Jahre nach der Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts in der Schweiz ziehen 25 Frauen Bilanz und schauen zurück und nach vorne. Der Durchbruch kam spät – viel später als in den Nachbarländern, doch der Kampf hatte auch in der Schweiz eine lange Geschichte. Warum dauerte es fast 100 Jahre bis zur politischen Gleichberechtigung? Welche Rolle spielt das Stimmrecht heute für Frauen? Wählen Frauen anders? Wie steht es um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Politik, Wirtschaft, Kultur und Öffentlichkeit heute?

«50 Jahre Frauenstimmrecht» versammelt Texte und Interviews von und mit bekannten Schweizer Frauen aller politischer Couleur und jeden Alters aus ihren ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sie befassen sich mit den Themen Wahlrecht, Demokratie und Gleichberechtigung, zur Geschichte und Gegenwart, ab vor allem zur Zukunft der Gleichberechtigung – denn es gibt immer noch zu tun.

Isabel Rohner und Irène Schäppi (Herausgeber): 50 Jahre Frauenstimmrecht, Limmat, 256 Seiten

Foto: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 15.05.2021


Buchcover: Die unglaubliche Reise der Großmutter Maru auf ihrem himmelblauen Fahrrad

Die unglaubliche Reise der Großmutter Maru auf ihrem himmelblauen Fahrrad

Die neunzigjährige Maru hat niemals lesen und schreiben gelernt, doch über das Leben weiss sie alles. Seit vielen Jahren lebt sie allein in ihrem kleinen Holzhaus am Rande von Oaxaca in Mexiko und backt ihre ganz speziellen Karamellkekse für die Kinder aus dem nahegelegenen Waisenhaus. Doch als sie erfährt, dass sie einen Enkelsohn im fernen Veracruz hat, von dessen Existenz sie nie etwas wusste, steigt Maru kurz entschlossen auf ihr himmelblaues Fahrrad – ihren kostbarsten Besitz – und begibt sich auf die abenteuerlichste Reise ihres Lebens. Sie hat nur eine vage Ahnung, wo sie hin muss, doch sie glaubt fest daran, dass sich immer ein Mensch mit einem guten Herzen findet, der einem weiterhilft.

Eine zauberhafte und lebensbejahende Geschichte, die dazu einlädt, die Schätze zu entdecken, die das Leben bietet. Eine inspirierende Reise, die der Seele guttut und viele Denkanstösse bietet.

Gabri Ródenas: Die unglaubliche Reise der Grossmutter Maru auf ihrem himmelblauen Fahrrad, Thiele, 205 Seiten

Foto: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 01.05.2021


Buchcover: Die Tanzenden

Die Tanzenden

Paris, in einer Zeit, in der Frauen eingewiesen werden, weil sie zu rebellisch sind. Alle wollen sie sehen: Im berühmtesten Krankenhaus der Stadt, der Salpêtrière, sollen Louise und Eugénie in dieser Ballnacht glänzen. Ob die Mädchen nicht gefährlich seien, raunt sich die versammelte Hautevolee zu und bewundert ihre Schönheit gerade dann, wenn sie die Kontrolle verlieren. Für Louise und Eugénie aber steht an diesem Abend alles auf dem Spiel: Sie wollen aus ihrer Rolle ausbrechen, wollen ganz normale Frauen sein, wollen auf dem Boulevard Saint-Germain sitzen und ein Buch lesen dürfen, denken und träumen und lieben dürfen wie die Männer.

Victoria Mas beschreibt den Ausbruch von Frauen aus einer bedrückend patriarchalen Gesellschaft. Sie erzählt vom Aufbruch derer, die sich nicht zufriedengeben, von berührender Solidarität und unbeirrbarem Mut.

Eine Hymne auf die Courage aller Frauen.

Victoria Mas: Die Tanzenden, Piper, 235 Seiten

Foto: Buchhaus.ch

Buchtipp publiziert am 15.04.2021


Buchcover: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Warum sitzt ein unauffälliger Mensch wie Paul Hansen im baufälligen Gefängnis von Montréal eine zweijährige Haftstrafe ab. Hinter welcher Tat steht er trotz allem so sehr, dass er nicht bereit ist, ihre Falschheit einzusehen, auch wenn er dafür auf vorzeitige Haftentlassung verzichten muss.? Der in Frankreich aufgewachsene Sohn eines dänischen Pastors und einer Kinobesitzerin hatte schon einiges hinter sich, bevor er seine Berufung als Hausmeister in einer exklusiven Wohnanlage in Kanada fand. Ein Vierteljahrhundert lang lief alles rund – die Heizungsanlage ebenso wie die Kommunikation, bis Paul eines Tages die Sicherung durchbrennt. Nun erträgt er mit stoischer Ruhe seinen Zellengenossen Patrick Horton, einen Hell-Angels-Biker, der sich jedoch von einer Maus ins Bockshorn jagen lässt. Paul hat viel Zeit zum Nachdenken – Zeit für tragikomische Lebenslektionen und unerwartetes Glück.

Jean-Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise, dtv, 256 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.04.2021


Buchcover: Leben ist ein unregelmässiges Verb

Leben ist ein unregelmässiges Verb

Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder zwischen 12 und 13 Jahren, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten. Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Sie werden in Schulen gesteckt und sollen ab jetzt funktionieren – das klappt mal mittelmäßig und mal schlechter. Sie leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende. Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht?

In seinem ganz eigenen zärtlich-lakonischen Ton erzählt Rolf Lappert in diesem grossen Roman über Freundschaft, Verlust, den Trost der Erinnerung und wie man sich von seiner Kindheit entfernt, ohne sie jemals hinter sich zu lassen.

Rolf Lappert: Leben ist ein unregelmässiges Verb, Hanser, 992 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.03.2021


Buchcover: Der verlorene Sohn

Der verlorene Sohn

Akhulgo, Nordkaukasus, 1839: Jamalludin wächst als Sohn eines mächtigen Imams auf. Seit Jahrzehnten tobt der Kaukasische Krieg, und sein Vater wird von der russischen Armee immer mehr bedrängt. Schliesslich muss er seinen erstgeborenen Sohn als Pfand für Friedensverhandlungen in die Hände der Russen geben. Jamalludin wird an den Hof des Zaren nach St. Petersburg gebracht. Bald schon ist der Junge hin - und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach seiner Familie und den verlockenden Möglichkeiten, die sich ihm in der prächtigen Welt des Zaren bieten. Bei seiner Rückkehr in den Nordkaukasus nach15 Jahren muss er feststellen, dass er da nicht mehr zu Hause ist.

Olga Grjasnowa erzählt in ihrem historischen Roman von einem Kind, das zwischen zwei Kulturen und zwei Religionen steht und seine Identität finden muss. Und von der verheerenden Wirkung eines Krieges, in dem es keine Sieger geben kann.   

Olga Grjasnowa: Der verlorene Sohn, Aufbau, 383 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.03.2021


Buchcover: Ameisen unterm Brennglas

Ameisen unterm Brennglas

Eine Serie von Gewaltakten erschüttert die Schweiz. Die Medien schreiben den Taten sogleich verschiedenste terroristische Hintergründe zu. Auch die Bevölkerung versucht, sich einen Reim auf die Vorkommnisse zu machen, unter ihnen: Toni Manfredi, der in seiner Wohnung im achtzehnten Stock eines Hochhauses obsessiv Krippenfiguren schnitzt. Martin Boll, der immer mehr den Zugang zu seiner konsum- und smartphoneabhängigen Familie verliert. Regina, Mutter eines umherstreunenden Zehnjährigen, deren viele Ehrenämter sie zunehmend den Verstand kosten. Sie alle wünschen sich Halt und Stabilität, doch ihre Welt gerät immer mehr aus den Fugen. Darauf reagieren sie ganz unterschiedlich.

Ein brandaktuelles Psychogramm unserer Gesellschaft mit ihrem überbordendem Medienkonsum, ihren Kurzschlüssen und Ängsten – ein Roman über die Suche nach Halt in einer Welt, die wir nicht mehr verstehen.

Jens Steiner: Ameisen unterm Brennglas, Arche Verlag, 238 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.02.2021


Buchcover: Robinsons Tochter

Robinsons Tochter

England 1904 – das Waisenmädchen Polly, mit sechs Jahren schon eine Pflegefamilien-Veteranin, kommt zu ihren frommen Tanten in das gelbe Haus am Meer. Hier gibt es kaum Unterhaltung, aber es gibt Bücher, und lesend entwickelt sich Polly unbemerkt zu einer stillen, unbeugsamen Rebellin. Ein Buch liest sie immer wieder: "Robinson Crusoe" wird zu ihrem Kompass in jeder Lebenslage, sei es Klassendünkel, Judenhass oder ernüchterndes Liebesleben. Ihre eigene einsame Insel verlässt Polly Flint nie ganz. Doch am Ende ihres fast ein Jahrhundert umspannenden Lebens wird sie Liebe und Enttäuschung, Depression und rettende Freundschaft kennengelernt und ihre Bestimmung gefunden haben.

Ein grosser Roman voller hinter gepolsterten Türen verborgener Geheimnisse über das Leben einer zutiefst ungewöhnlichen Frau, die sich mittels Literatur emanzipiert. Einfühlsam, witzig und raffiniert erzählt.

Jane Gardam: Robinsons Tochter, Hanser, 317 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.02.2021


Buchcover: Die Marschallin

Die Marschallin

Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono, am Ende des Ersten Weltkriegs kennen. Sie folgt ihm nach Bari, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein grossbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, eindrucksvoll, temperamentvoll und begabt, eine Bewunderin Titos, dem sie Waffen zu liefern versucht und dem ihr Mann das Leben rettet. Sie will mehr sein, als sie kann, drückt allen in ihrer Umgebung ihren Stempel auf. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen.

«Die Marschallin» ist ein farbiger, lebenspraller, grosser Familienroman über eine unvergessliche Frau und ein tragisches Familienschicksal.

Zora del Buono: Die Marschallin, C.H.Beck, 382 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.01.2021


Buchcover: Das Jahr ohne Worte

Das Jahr ohne Worte

Alles beginnt mit einer grossen Liebe. "Sowohl als auch" heisst das Café in Prenzlauer Berg, in dem Syd Theo kennenlernt. Theo ist Filmemacher, alleinstehend, charismatisch. Syd weiss sofort, dass es die Art von Liebe ist, die sie vermutlich nur einmal erleben wird. Die beiden verlieben sich, bekommen ein Kind, ziehen zusammen, erleben grosses Glück und überstehen kleine Krisen. Doch dann erhält Theo eine niederschmetternde Diagnose: ALS. Die Krankheit, an der auch Stephen Hawking litt. Von dem Mann, in den Syd sich einst verliebt hat, ist Tag für Tag weniger übrig. Und doch kämpft sie um ihn. Sie will das, was von ihrem Glück noch übrig ist, unbedingt bewahren. Bis sie eines Tages eine ungeheuerliche Entdeckung macht, die beinahe ihr ganzes Leben zerstört…

Syd Atlas erzählt eine wahre Liebesgeschichte – ihre Geschichte, erschütternd, lustig, romantisch und weise.

Syd Atlas: Das Jahr ohne Worte, Wunderlich, 255 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.01.2021


Buchcover: Judith und Hamnet

Judith und Hamnet

Agnes sieht ihn und weiss: Das wird er sein. Dabei ist der schmächtige Lateinlehrer aus Stratford-upon-Avon noch nicht einmal achtzehn. Egal, besser, sie küsst ihn schnell. Besser, sie erwartet ein Kind, bevor ihr einer die Heirat verbieten kann. Vierzehn Jahre später sind es drei Kinder geworden. Doch wie sollen sie auskommen, solange ihr Mann wer weiss was mit diesen Theaterstücken treibt? Er ist in London, als der elfjährige Hamnet die Beulen am Hals seiner Zwillingsschwester Judith ertastet. Als Agnes im Blick ihres Sohnes den Schwarzen Tod erkennt.

In diesem herausragenden historischen Roman wird der bedeutendste aller Dramatiker als Liebenden und als Vater neu entdeckt. Vor allem aber erzählt O’Farrell von Shakespeare aus dem Blickwinkel seiner Frau und Kinder. Zum ersten Mal liest man die unvergessliche Geschichte seiner eigensinnigen, zärtlich kühnen Frau: Agnes.

Maggie O’Farrell: Judith und Hamnet, Piper, 416 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.12.2020


Buchcover: Das Leben ist ein wilder Garten

Das Leben ist ein wilder Garten

Das beschauliche Leben des Landschaftsgärtners Carlo gerät in Aufruhr. Seine Frau hat ihn verlassen, die Tochter studiert jetzt in London. Carlo wird durch einen Arbeitsunfall außer Gefecht gesetzt. Agon, sein Hilfsgärtner aus dem Kosovo, eine sensible Seele in einem massigen Körper, wird aus heiterem Himmel zusammengeschlagen. Genau in dieser Krise verschwindet Carlos leicht demente Mutter aus dem Altersheim. Gemeinsam mit Agon macht er sich auf die Suche nach seiner Mutter, von der er nur ein sehr unvollständiges Bild hat. So kommt er in einem Grandhotel am Berg der ungeahnt glamourösen Vergangenheit seiner Mutter während des Zweiten Weltkriegs auf die Spur. Er erfährt auch, dass Agon eine dunkle Vergangenheit vom Balkankrieg mit sich herumträgt. Carlos Wahrnehmung von Menschen und Natur verändert sich …

Der Roman verzaubert mit seinem warmen Tonfall und den scharfsinnigen Reflexionen.

Roland Buti: Das Leben ist ein wilder Garten, Paul Zsolnay Verlag, 173 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.12.2020


Buchcover: Just like you

Just like you

Es ist das Jahr 2016. Lucy ist 42, Mutter zweier Jungs, Lehrerin, eher linksliberal und weiss. Sie lebt von ihrem Mann getrennt und findet, es sei Zeit für eine neue Beziehung. Joseph ist 22, Aushilfsmetzger, Fussballtrainer, Babysitter, hat seinen Platz noch nicht gefunden und ist dunkelhäutig. Die Abstimmung über den Brexit steht an, das Land ist in Unruhe, Lucy weiß nicht so recht, wie es weitergehen soll, Joseph träumt von einer Karriere als DJ - und dann ist sie da, die Liebe zwischen den beiden. Wie heisst es so schön: Gegensätze ziehen sich an… Die Frage ist, wie lange.

Nick Hornbys brillant beobachteter, zärtlicher und zugleich komischer neuer Roman bringt auf den Punkt, was es bedeutet, sich überraschend und kopfüber in den bestmöglichen Menschen zu verlieben. Und nebenbei hält der Autor der britischen Gesellschaft in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht den Spiegel vor.

Nick Hornby: Just like you, Kiepenheuer & Witsch, 381 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.11.2020


Buchcover: Kalmann

Kalmann

Der 33-jährige Kalmann, der von Geburt an anders ist, lebt im isländischen Raufarhöfn, einem verschlafenen Fischerdorf, alleine im Haus seines Großvaters, der ihm Jagen, Fischen und Lebensweisheiten beigebracht hat. Er ist der selbsternannte Sheriff des Ortes. Er hat alles im Griff. Kein Grund zur Sorge. Tag für Tag wandert er über die weiten Ebenen um das beinahe ausgestorbene Dorf, jagt Polarfüchse und legt Haiköder im Meer aus, um den Fang zu Gammelhai zu verarbeiten. Doch in Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal rückwärts. Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Die Polizei wirbelt den Ort mächtig auf und mit der Ruhe ist es vorbei. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet Kalmann alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge.

Eine spannende Geschichte über einen etwas anderen Helden und eine Gesellschaft am Rande der Welt.

Joachim B. Schmidt: Kalmann, Diogenes, 352 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.11.2020


Buchcover: Ein Sonntag mit Elena

Ein Sonntag mit Elena

Einst reiste er als Ingenieur um die Welt und baute riesige Brücken. Nach dem Tod seiner Frau aber ist es still geworden in der Turiner Wohnung am Fluss. Sein Sohn lebt in Finnland, mit der jüngeren Tochter hat er keinen Kontakt, nur die älteste sieht er ab und zu mit ihrer Familie. An einem Sonntag kocht der ältere Mann ein traditionelles Mittagessen für sie. Doch sie sagt kurzfristig ab, weil die eine Enkelin einen Unfall hatte. Bei einem kurzen Spaziergang im nahen Park lernt er Elena kennen, die mit ihrem Sohn im Park spielt. Er lädt sie spontan zum Essen zu sich ein. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine wunderbare Freundschaft, die alle drei für immer verändern wird.

Fabio Geda schreibt über Familie, Lebenswege, Sprachlosigkeit der Generationen und Sehnsüchte der Menschen. Eine Geschichte voller Zuversicht und Wärme, die ein stilles Glück in den Herzen zurücklässt. 

Fabio Geda: Ein Sonntag mit Elena, hanserblau, 239 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.10.2020


Buchcover: Serpentinen

Serpentinen

Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: "Urgrossvater, Grossvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt." Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben.
Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: "Um was geht es?" Er weiss nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will.
Genau, mutig und lang nachwirkend erzählt er vom Kampf eines Vaters gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nur wenn er seinen Sohn so liebt, wie er selbst nie geliebt wurde, kann die Reise der beiden glücken.

Bov Bjerg: Serpentinen, Claassen, 272 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.10.2020


Buchcover: Dankbarkeiten

Dankbarkeiten

Michka, die stets ein unabhängiges Leben geführt hat, muss feststellen, dass sie nicht mehr allein leben kann. Geplagt von Albträumen glaubt sie ständig, wichtige Dinge zu verlieren. Tatsächlich verliert sie nach und nach Wörter, findet die richtigen nicht mehr und ersetzt sie durch ähnlich klingende. Die junge Marie, um die Michka sich oft gekümmert hat, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Der alten Frau fällt es schwer, sich in der neuen Ordnung einzufinden. In hellen Momenten leidet sie unter dem Verlust ihrer Selbstständigkeit. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Daher gibt Marie erneut eine Suchanzeige auf, und Michka hofft, ihre tiefe Dankbarkeit endlich übermitteln zu können.

Klarsichtig und scharfsinnig zeigt Delphine de Vigan, was uns am Ende bleibt: Zuneigung, Mitgefühl, Dankbarkeit.

Delphine de Vigan: Dankbarkeiten, DUMONT Verlag, 176 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.09.2020


Buchcover: Klara vergessen

Klara vergessen

Murmansk, nördlich des Polarkreises. Zum ersten Mal kehrt Juri, der längst als Ornithologe in Nordamerika lebt, in seine Heimat zurück. Sein Vater Rubin liegt im Sterben, lediglich das Rätsel um Juris Grossmutter Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – hält ihn am Leben. Klaras Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen ungeliebten Sohn nun in einem letzten Aufeinandertreffen um Hilfe bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und schliesslich stösst Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander verknüpft sind …

Ein grosses menschliches Abenteuer und eine familiäre Spurensuche, voll von spektakulären Beschreibungen einer wilden Natur, packend erzählt von Bestsellerautorin Isabelle Autissier.

Isabelle Autissier: Klara vergessen, Mare, 304 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.09.2020


Buchcover: Ein Lied für die Vermissten

Ein Lied für die Vermissten

Als 2011 der Arabische Frühling voll entfacht ist, löst der Fund zweier Leichen auch in Beirut erste Unruhen aus. Während schon Häuser brennen, schreibt Amin seine Erinnerungen nieder: an das Jahr 1994, als er als Jugendlicher mit seiner Grossmutter in den Libanon zurückkehrte – zwölf Jahre nach dem Tod seiner Eltern. An seine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Jafar, mit dem er diese verschwiegene Nachkriegswelt durchstreifte. Und daran, wie er schmerzhaft lernen musste, dass es in diesem Land nie Gewissheit geben wird – weder über die Vergangenheit seines Freundes, noch über die Geschichte seiner Familie.

Jarawans Roman führt in eine Welt voller unvergesslicher Figuren, sinnlicher Eindrücke und Emotionen, einfühlsam, spannend und virtuos verknüpft mit dem Leben in den unterschiedlichen Kulturen und der bewegten Geschichte des Nahen Ostens.

Pierre Jarawan: Ein Lied für die Vermissten, Berlin Verlag, 464 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 15.08.2020


Buchcover: Der Wal und das Ende der Welt

Der Wal und das Ende der Welt

Ein kleiner Ort in Cornwall und eine grosse Geschichte über die Menschlichkeit im Angesicht einer alles bedrohenden Krise. Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.

John Ironmonger erzählt eine mitreissende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Zusammenhänge unserer globalisierten Welt? Und wie können wir handeln, wenn alles auf dem Spiel steht?

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt, S. Fischer, 480 Seiten

Foto: Orellfuessli.ch

Buchtipp publiziert am 01.08.2020


Reguläre Öffnungszeiten

Dienstag: 15.30 Uhr - 17.30 Uhr
Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr
Samstag 09.30 Uhr - 11.30 Uhr

 

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Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr

Ferienplan auf der Webseite der Schule Lichtensteig