Buchtipps der Städtli-Bibliothek

 

Aktueller Buchtipp:

Buchcover: Jahr ohne Winter

Jahr ohne Winter

Jakob Walter läuft nicht schneller, liebt nicht tragischer und ist nicht klüger als andere. Zum Helden taugt er nur in seinem Alltag. Bis ihn eines Tages ein unerwarteter Anruf erreicht: Ursula ist krank, sie braucht dringend eine Stammzellenspende, und er, Jakob, muss ihre Tochter Edith finden. Dass Edith seine Exfrau ist und dass er seit fünf Jahren kein Wort mit ihr gewechselt hat, ist das eine Problem. Das andere: Sie ist in Australien, um an einer Schweigemeditation im Outback teilzunehmen. Und: Das Outback ist gross, Australien ist weit weg, und Jakob Walter fliegt nicht gern. Aber wie jeder andere träumt er manchmal davon, ein Abenteurer zu sein – und wer weiss, vielleicht rettet er ja nicht nur das Leben seiner ehemaligen Schwiegermutter, sondern auch seine verflossene Liebe.

Es wäre ihm zu wünschen, denn liebenswert ist Jakob Walter, der Held wider Willen, unbedingt.

Lorenz Langenegger: Jahr ohne Winter, Jung & Jung, 160 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.05.2020


Bisherige Buchtipps:

Buchcover: Kanalschwimmer

Kanalschwimmer

Dass er "zu sicher gelebt hat", begreift Charles mit Anfang 60, kurz vor seinem Ruhestand. Als seine Frau Maude ihm eröffnet, dass ein anderer Mann fortan das Haus mit ihnen teilen soll, setzt er ihrem Traum zunächst einen eigenen entgegen: einmal im Leben durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Das Wasser – stark, anziehend, gefahrvoll – verändert Charles’ Sicht auf sein Leben: auf die drei Sommer der Liebe in den Siebzigern, menschliche Leidenschaften, gescheiterte Utopien.

Mit beeindruckender poetischer und psychologischer Intensität, sinnlich und humorvoll erzählt Ulrike Draesner die Geschichte einer Kanalüberquerung, die äussere wie innere Grenzen testet. Ein Aufbruch im Alter, ist das möglich? Gelten die frühen Ideale noch – oder wieder? Der Kanal ist kalt, die Strömung mächtig. Am Ende wird Charles klar, dass er nicht über seinen Schatten springen muss. Er kann ihn durchschwimmen.

Ulrike Draesner: Kanalschwimmer, Mare, 176 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.05.2020


Buchcover: Hier sind Löwen

Hier sind Löwen

"Dikranian. Abovyan. Petrosian. Mazavian. Mein Nachname war plötzlich in phonetischer Gesellschaft. Bisher hatte ich ihn getragen wie ein unpassendes Kleidungsstück, wie einen verbeulten Hut, den ich auch zum Essen nicht abnahm."

1915: Die alte Bibel einer armenischen Familie an der Schwarzmeerküste ist das Einzige, was den Geschwistern Anahid und Hrant auf ihrer Flucht bleibt. Hundert Jahre später in Jerewan wird der jungen deutschen Restauratorin Helen, die armenische Vorfahren hat, eine Bibel anvertraut. »Hrant will nicht aufwachen«, hat jemand an den Rand einer Seite gekritzelt. Helen taucht ein in die Rätsel des alten Buches, in das moderne Armenien. Und sie bricht auf zu einer Reise an die Schwarzmeerküste und zur anderen Seite des Ararat.

Es ist eine Familiengeschichte, eine Geschichte vom Exil, vom Verlorengehen und vom Schmerz, der Generationen später noch nachhallt.

Katerina Poladjan: Hier sind Löwen, S. Fischer, 287 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.04.2020


Buchcover: Die Letzten ihrer Art

Die Letzten ihrer Art

In ihrem neuen Buch erzählt Maja Lunde von Mensch und Tier, vom Tier im Menschen und von Wildpferden und vom Bemühen der Menschen, das Aussterben dieser Tierart zu verhindern.
St. Petersburg 1881: der Zoologe Michail versucht eines dieser äußerst seltenen Tiere als Attraktion für seinen Tiergarten zu bekommen. Mongolei 1992: Die Tierärztin Karin arbeitet an dem anspruchsvollen Forschungsprojekt, eine Herde von Wildpferden wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Norwegen 2064: Eva und ihre Tochter Isa kämpfen ums Überleben nach dem Klimakollaps, und sie versuchen, die beiden letzten Wildpferde zu retten.
Ein bewegender Roman über Freiheit und Verantwortung, die grosse Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?

Maja Lunde: Die Letzten ihrer Art, btb, 636 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.04.2020


Buchcover: Eine Familie

Eine Familie

Ein Tag des Glücks für Danielle und Olivier, könnte man denken, an dem ihre Tochter Lou ein Kind zur Welt bringt. Die ganze Familie kommt in Bordeaux zusammen. Allein, der älteste Bruder fehlt, und sein Schatten ist mächtig. Romain, einst verträumtes Kind, der sich rührend um seine Geschwister kümmerte, trank sich schon als Jugendlicher ins Koma. Alle verwickelte er sie in ein Lügennetz, bis er fortging und in Paris auf der Strasse landete. Nun ist er wieder in der Gegend, beteuert, sein Leben endlich in die Hand zu nehmen, als ein Anruf die aufkeimende Hoffnung zunichte macht. Pascale Kramer legt in ihrem Roman die Gefühle jedes einzelnen für den so geliebten wie gehassten Sohn und Bruder frei. Im Moment der Geburt der kleinen Jeanne untergraben Schuldgefühle, Trauer, Wut und Sorge das Schweigen und das Nie-Gesagte. Das neuralgische Konstrukt einer Familie gerät ins Wanken.

Pascale Kramer: Eine Familie, Rotpunktverlag, 192 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.03.2020


Buchcover: Graue Bienen

Graue Bienen

Graue Bienen

Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schiessen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung und wunderbare Produktivität. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen in eine Gegend bringen, wo sie wieder in Ruhe Nektar sammeln können.

Der Roman gibt einen tiefen Einblick in ein vom Krieg bedrohtes Leben. Ein literarischer Roman über die Schrecknisse des Krieges in der Ukraine, der hierzulande schon fast vergessen ist.

Andrej Kurkow: Graue Bienen, Diogenes, 416 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.03.2020


Buchcover: Laufen

Laufen

Eine Ich-Erzählerin wird nach einem erschütternden Verlust aus der Bahn geworfen und beginnt mit dem Laufen. Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Durch ihre Augen und ihre mäandernden Gedanken erfährt man nach und nach, warum das Laufen ein existenzielles Bedürfnis für sie ist. Wie wird man mit einem Verlust fertig? Welche Rolle spielen Freunde und Familie? Welche Rolle spielt die Zeit? Und der Beruf? Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück. Isabel Bogdan beschreibt mit grossem Einfühlungsvermögen und einem ganz anderen Ton den Weg einer Frau, die nach langer Zeit der Trauer wieder Mut fasst und ihren Lebenshunger und Humor zurückgewinnt.

Isabel Bogdan: Laufen, Kiepenheuer & Witsch, 208 Seiten

 

 

Buchtipp publiziert am 15.02.2020


Buchcover: Marzahn, mon amour

Marzahn, mon amour

Geschichten einer Fusspflegerin

Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fusspflegerin in Berlin-Marzahn, einst das grösste Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört – Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze. Geschichten voller Menschlichkeit und Witz, Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füssen her betrachtet.

Katja Oskamp: Marzahn, mon amour, Hanser, 144 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.02.2020


Buchcover: Die Glocke am See

Die Glocke am See

Kai Schweigaard hat soeben die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche in Butangen übernommen. Die würde er gerne abreissen und durch eine modernere, grössere Kirche ersetzen. Der begabte Architekturstudent Gerhard Schönauer aus Dresden soll den Abtransport der Kirche nach Dresden und den Aufbau dort überwachen. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht.
Astrid verliebt sich in diesen Gerhard, der so anders als die jungen Männer in Butangen und muss sich entscheiden: Heimat und Pfarrer oder Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland. Da hört sie auf einmal die Glocken läuten ...

Mytting erzählt eine melancholische Liebesgeschichte, verknüpft mit einer historischen Geschichte von archaischer Kraft.

Lars Mytting: Die Glocke im See, Insel Verlag GmbH, 482 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.01.2020


Buchcover: Das Geburtstagsfest

Das Geburtstagsfest

Zu seinem 50. Geburtstag wollen die drei Kinder von Kim Mey ihren Vater mit einem besonderen Gast auf der Familien-Geburtstagsfeier überraschen: Ohne sein Wissen haben sie Tevi Gardiner eingeladen, jene Frau, mit der Kim als Kind aus Kambodscha geflohen ist. Und die er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch statt sich, wie erwartet, zu freuen, reagiert Kim seltsam abweisend. Auch Ines, die Mutter der drei, begegnet Tevi unterkühlt. Was Kim und Ines jahrzehntelang verschwiegen haben, verschafft sich nun unaufhaltsam Gehör: die wahren Begleitumstände jener dramatischen Flucht aus Kambodscha und das schreckliche Ende einer grossen Liebe. Eine scheinbar harmlose Überraschung lässt ein Geburtstagsfest in einer Katastrophe enden.
Der Roman beleuchtet die grossen Wendepunkte im Leben, kreist um Familien-Beziehungen und Lebenslügen, die grosse Liebe und um Flucht und Heimkehr.

Judith W. Taschler: Das Geburtstagsfest, Droemer, 350 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.01.2020


Buchcover: Langsame Jahre

Langsame Jahre

Ein achtjähriger Junge wird mit einem kleinen Koffer in der einen und zwei lebenden Hühnern in der anderen Hand zu Verwandten geschickt. In seinem baskischen Heimatdorf herrscht grosse Armut, die Eltern können den Jüngsten nicht mehr ernähren. In San Sebastián erwartet ihn eine typisch baskische Familie der sechziger Jahre: Die Tante hat das Sagen, ihr Mann kriegt den Mund nicht auf. Die Cousine und der Cousin suchen auf verschiedene Weisen neue Freiheiten, von denen die Eltern nichts wissen. Der Junge beobachtet mit den staunenden Augen eines Kindes, wie mühevoll es ist, sich von Konventionen zu befreien und seinen eigenen Weg zu finden. Doch als er seine Chance bekommt, nutzt er sie.
Ein Buch über das Schicksal eines Jungen, das einem ans Herz geht und das gleichzeitig viel darüber preisgibt, wie wir zu dem werden, was wir sind.

Fernando Aramburu: Langsame Jahre, Rowohlt, 208 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.12.2019


Buchcover: Ein Hummerleben

Ein Hummerleben

Sedd wächst bei seinen Grosseltern in einem Hotel hoch oben im norwegischen Fjell in den 1980er-Jahren auf. Über seinen Vater weiss er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von den Grosseltern – der Grossvater ist nebenbei Tierpräparator, die Grossmutter stammt aus Wien – auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Er hilft als Laufbursche, Küchenjunge und Tourenbetreuer aus und verinnerlicht den Leitsatz »Jeder einzelne Gast zählt« bereits im zarten Kindesalter. Zufluchtsort ist für ihn die Grossküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet und für Sedd Vater, Mutter und Freund zugleich ist, wenn die Grosseltern keine Zeit für ihn haben. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle.
Ein Roman über den 13-jährigen Sedd, eine Geschichte über Lügen und Geheimnisse, falsche Erwartungen und grosselterliche Liebe.

Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben, Kiepenheuer & Witsch, 384 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.12.2019


Buchcover: Genau richtig

Genau richtig

Albert hat eine schlimme Diagnose von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten erhalten. Während seine Frau Eirin auf einem Kongress ist, fährt er allein in die einsame Ferienhütte an einem Waldsee: Soll er sein Leben selbst beenden, bevor es die tödliche Krankheit tut? Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, schreibt er in das Hüttenbuch. Er erzählt, wie er Eirin kennenlernte und wie sie als jung Verliebte in das Märchenhaus einbrachen, das sie später gekauft haben. Wie seine Ehe zu kriseln begann, welche Rolle Sohn und Enkelin für ihn spielen und von seiner Begeisterung für die Astrophysik. Es wird eine lange Nacht, bis irgendwann ein Boot ruderlos auf dem See treibt und ein Fremder erscheint.
Was ist das Wichtigste im Leben? Und was genau richtig?

Jostein Gaarder: Genau richtig, Hanser, 128 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.11.2019


Buchcover: Wolgakinder

Wolgakinder

Jakob Bach ist 1916 Schulmeister in Gnadental, einem deutschen Dorf am Ufer der Wolga, um das die Zeitläufte keinen Bogen machen. Als er Klara, die Tochter eines reichen Bauern unterrichten soll, findet er in ihr die Liebe seines Lebens. Aber dann wird Klara vergewaltigt und stirbt bei der Geburt des Kindes. Unter schwierigsten Umständen zieht Bach Annchen allein gross. Doch die Politik aus Moskau macht vor den Dörfern der Wolgarepublik nicht Halt, und er, der nach Klaras Tod die Sprache verloren hat, vermag seine Tochter nicht an sich zu binden, die Kind einer neuen Zeit ist und den Verheissungen der Sowjets folgt … Gusel Jachinas grosser Roman erzählt anhand dem Schicksal berührender Figuren die Geschichte der Wolgadeutschen.

Jachina Gusel: Wolgakinder; Aufbau, 591 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.11.2019


Buchcover: Unhaltbare Zustände

Unhaltbare Zustände

Die sieben grossen Schaufenster werden feierlich enthüllt – und lassen die Waren des alteingesessenen Quatre Saisons in neuem Glanz erstrahlen. Für diese Momente lebt und arbeitet Schaufensterdekorateur Stettler schon mehrere Jahrzehnte. Nun, mit knapp sechzig, wird ihm überraschend ein jüngerer Kollege zur Seite gestellt – ein Rivale, ein avisierter Nachfolger, ein Feind!
Stettlers Welt beginnt zu bröckeln. Es ist das Jahr 1968, und es bröckelt auch sonst alles. Am Münsterturm hängt auf einmal eine Vietcong-Fahne. Stettler ist entsetzt. Immer mehr fühlt er sich bedroht, spioniert dem Rivalen sogar nach, sinnt auf Rache. Es ist auch ein zähes Ringen mit dem Alter, bei dem Stettler nur verlieren kann.
Allein mit einer von ihm bewunderten Radiopianistin wechselt er Briefe und fühlt sich nicht so verloren. Er hofft sogar auf eine Begegnung …
Ein Roman über einen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt und dabei ins Wanken gerät.

Alain Claude Sulzer: Unhaltbare Zustände, Galiani, 272 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.10.2019


Buchcover: Allein oder mit andern

Allein oder mit andern

Für einige Monate ist Annabelle nach Kopenhagen gereist und probt dort ein anderes Leben. Sie besucht einen Englischkurs, wo sie die junge Berlinerin Rose kennen lernt. Daneben schreibt sie Briefe, an ihre Schwester Alice, die den Sohn verloren hat, an ihren norwegischen Freund Ólafur und an ihre drei erwachsenen Töchter. Besonders um Cora, die Jüngste, die noch nicht Fuss gefasst hat im Leben, drehen sich Annabelles Gedanken oft. Zur Ruhe kommt sie nur, wenn sie ihr Material am langen Tisch in der Gastwohnung ausbreitet und sich in ihre Collagen vertieft. Schneidend und zusammenfügend, verschiebend, schichtend und klebend kommt sie allmählich dem eigenen Familiengefüge auf die Spur. Dabei hilft ihr ausgerechnet die freakige Rose, die schonungslos die richtigen Fragen stellt.
Theres Roth-Hunkeler zeichnet das Porträt einer Familie, in der sich Rollen verschieben und Besetzungen ändern.

Theres Roth-Hunkeler: Allein oder mit andern, Edition Bücherlese, 317 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.10.2019


Buchcover: Happy End

Happy End

Déodat ist das Wunschkind seiner Eltern, nur leider furchtbar hässlich, weshalb sie ihn kaum anzusehen wagen. Doch seine Intelligenz lässt ihn sein Äußeres richtig einordnen und schnell einen Modus Vivendi finden, der ihn auch die Schulzeit überleben lässt. Mit Menschen kann er wenig anfangen, Vögel hingegen faszinieren ihn sehr. Auch Trémière wächst zurückgezogen und ohne Freunde auf, bei ihr ist es jedoch die Schönheit, die man ihr neidet und aufgrund derer sie abgelehnt wird. Eines Tages trifft der altkluge Junge auf das bildhübsche Mädchen, und eine wundersame Geschichte mit Happy End nimmt ihren Lauf.
Ein wundervolles, in die Gegenwart versetztes Märchen für Erwachsene mit viel Charme, Witz und eine Prise bitterbösen Humors.

Amélie Nothomb: Happy End, Diogenes, 187 Seiten

 

Buchtipp publiziert am 15.09.2019


Buchcover: Der kubanische Käser - das wunderbarliche Leben des Noldi Abderhalden

Der kubanische Käser - das wunderbarliche Leben des Noldi Abderhalden

In einer bitterkalten Winternacht im Frühmärz 1620 treiben Liebeskummer und Branntwein den jungen Toggenburger Noldi Abderhalden in die Fänge eines Anwerbers der Spanischen Armee. Als Reisläufer für die katholische Sache lernt der Sechzehnjährige das raue Soldatenleben kennen. Das Kriegshandwerk scheint ihm zu liegen, und die Kameradschaft sagt ihm zu. Als er den Heereskommandanten Gómez Suárez de Figueroa vor einer protestantischen Kanonenkugel rettet, wird er als Kriegsheld an den spanischen Hof beordert. Dort liesse es sich aushalten, doch das Leben hat andere Pläne. Noldi entgeht nur knapp der Spanischen Inquisition und wird nach Kuba verbannt, wo er eine Horde Rindviecher zu beaufsichtigen hat. Kein Problem für Noldi…
Patrick Tschan lässt einen geradlinigen Toggenburger quer durch die Wirren des Dreissigjährigen Kriegs marschieren und bitterem Ernst mit heiliger Einfalt die Stirn bieten.

Tschan, Patrick: Der kubanische Käser, Zytglogge AG, 185 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.09.2019


Buchcover: Unerhörte Stimmen

Unerhörte Stimmen

So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet. Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Fieberhaft denkt sie zurück an die Schlüsselmomente ihres aufreibenden Lebens, an den Geschmack von gewürztem Ziegeneintopf aus ihrer Kindheit, an den Gestank der Straße der Bordelle, wo sie arbeitete, und den Geruch von Kardamomkaffee, den sie mit einem jungen Mann teilte, der zu ihrer großen Liebe wurde.
Die Geschichte handelt von einer Frau, die am Rand der Gesellschaft Halt sucht, wo Freundschaften tief sind, aber das Glück flüchtig.
Elif Shafak erzählt von einer starken Frau in einem einengenden Umfeld - mal tragisch, mal berührend und doch sehr unterhaltsam. Mit Leila bekommen all jene Menschen eine Stimme, die darum kämpfen müssen, ihren eigenen, unkonventionellen Weg zu gehen.

Elif Shafak: Unerhörte Stimmen, Kein & Aber, 430 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.08.2019


Buchcover: Maschinen wie ich

Maschinen wie ich

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen ›Adam‹ geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen.
Dieser philosophische und ausgesprochen intelligente Roman, der aktueller nicht sein könnte, ist toll geschrieben und voller bemerkenswerter Gedanken, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Ian McEwan: Maschinen wie ich, Diogenes, 416 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.08.2019


Buchcover: Agathe

Agathe

Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Praxis in der Rue des Rosettes für immer hinter sich schliessen. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht.
Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit – elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor.

Anne Cathrine Bomann: Agathe, Hanser blau, 155 Seiten

 

Buchtipp publiziert am 15.07.2019


Buchcover: Die Aussprache

Die Aussprache

Acht Frauen.
48 Stunden Zeit, die eigene Geschichte umzuschreiben.
Die fiktionale Geschichte und basiert auf realen Ereignissen einer mennonitischen Gemeinde in Bolivien. In den späten 00er Jahren wurden dort Mädchen und Frauen wiederholt unter Drogen gesetzt und vergewaltigt.
Jahrelang haben sie versucht, mit dem, was geschehen ist, zurechtzukommen. Jetzt haben die Frauen einer abgeschieden lebenden Gemeinschaft die Gelegenheit, alles anders zu machen. Und so ergreifen sie das Wort. Sollen sie bleiben oder gehen? Bleiben sie, dann müssen sie nicht nur angehört werden, sondern auch verzeihen. Gehen sie, müssen sie in einer ihnen gänzlich unbekannten Welt den Neuanfang wagen.

Kammerspielartig angelegt, liegt der Schwerpunkt des Romans bei den Gesprächen der Frauen, deren psychologischer, sozialer Ausrichtung und deren moralischem und theologischem Dilemma.

Mirjam Toews: Die Aussprache, Hoffmann und Campe, 256 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.07.2019


Buchcover: Die Hochhausspringerin

Die Hochhausspringerin

Riva ist Hochhausspringerin - ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?
"Die Hochhausspringerin" führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft. 

Julia von Lucadou: Die Hochhausspringerin, Hanser Berlin, 287 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.06.2019


Buchcover: Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada

Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada

Als Mädchen weigert sich die adlige Wiborada zu heiraten. Sie flieht ins Kloster St. Gallen zu ihrem Bruder und begibt sich auf eine gefährliche Pilgerreise nach Rom. Dort wird in ihr der Wunsch geweckt, ein religiöses Leben nach dem Vorbild der Mönche im Kloster St. Gallen zu führen - unmöglich für eine Frau im 10. Jahrhundert. Wiborada sucht ihren eigenen Weg. Von den Geistlichen misstrauisch beäugt, endet sie nur dank ihrer Verhandlungsgabe nicht auf dem Scheiterhaufen. Sie willigt ein, sich in eine Zelle einmauern zu lassen, wo sie ihr Leben ganz der Askese widmen könne. Doch die Mönche haben nicht mit Wiboradas seherischen Fähigkeiten gerechnet.

Ein historischer Roman über eine mutige Frau, die 100 Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen wurde.

Dorothe Zürcher: Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada, Die Informationslücke, 380 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.06.2019


Reguläre Öffnungszeiten

Dienstag: 15.30 Uhr - 17.30 Uhr
Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr
Samstag 09.30 Uhr - 11.30 Uhr

 

Öffnungszeiten während Schulferien

Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr

Ferienplan auf der Webseite der Schule Lichtensteig