Buchtipps der Städtli-Bibliothek

 

Aktueller Buchtipp:

Buchcover: Langsame Jahre

Langsame Jahre

Ein achtjähriger Junge wird mit einem kleinen Koffer in der einen und zwei lebenden Hühnern in der anderen Hand zu Verwandten geschickt. In seinem baskischen Heimatdorf herrscht grosse Armut, die Eltern können den Jüngsten nicht mehr ernähren. In San Sebastián erwartet ihn eine typisch baskische Familie der sechziger Jahre: Die Tante hat das Sagen, ihr Mann kriegt den Mund nicht auf. Die Cousine und der Cousin suchen auf verschiedene Weisen neue Freiheiten, von denen die Eltern nichts wissen. Der Junge beobachtet mit den staunenden Augen eines Kindes, wie mühevoll es ist, sich von Konventionen zu befreien und seinen eigenen Weg zu finden. Doch als er seine Chance bekommt, nutzt er sie.
Ein Buch über das Schicksal eines Jungen, das einem ans Herz geht und das gleichzeitig viel darüber preisgibt, wie wir zu dem werden, was wir sind.

Fernando Aramburu: Langsame Jahre, Rowohlt, 208 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.12.2019


Bisherige Buchtipps:

Buchcover: Ein Hummerleben

Ein Hummerleben

Sedd wächst bei seinen Grosseltern in einem Hotel hoch oben im norwegischen Fjell in den 1980er-Jahren auf. Über seinen Vater weiss er nicht viel, die Mutter ist verschollen. Liebevoll, aber bestimmt wird er von den Grosseltern – der Grossvater ist nebenbei Tierpräparator, die Grossmutter stammt aus Wien – auf seine Rolle als künftiger Hotelerbe vorbereitet. Er hilft als Laufbursche, Küchenjunge und Tourenbetreuer aus und verinnerlicht den Leitsatz »Jeder einzelne Gast zählt« bereits im zarten Kindesalter. Zufluchtsort ist für ihn die Grossküche des Hotels, in der der ehemalige Seefahrer Jim schaltet und waltet und für Sedd Vater, Mutter und Freund zugleich ist, wenn die Grosseltern keine Zeit für ihn haben. Doch spätestens, als der Bankdirektor Berg bei einem Essen stirbt, zeigen sich erste Risse in der vermeintlichen Idylle.
Ein Roman über den 13-jährigen Sedd, eine Geschichte über Lügen und Geheimnisse, falsche Erwartungen und grosselterliche Liebe.

Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben, Kiepenheuer & Witsch, 384 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.12.2019


Buchcover: Genau richtig

Genau richtig

Albert hat eine schlimme Diagnose von seiner Ärztin und ehemaligen Geliebten erhalten. Während seine Frau Eirin auf einem Kongress ist, fährt er allein in die einsame Ferienhütte an einem Waldsee: Soll er sein Leben selbst beenden, bevor es die tödliche Krankheit tut? Um mit sich selbst ins Reine zu kommen, schreibt er in das Hüttenbuch. Er erzählt, wie er Eirin kennenlernte und wie sie als jung Verliebte in das Märchenhaus einbrachen, das sie später gekauft haben. Wie seine Ehe zu kriseln begann, welche Rolle Sohn und Enkelin für ihn spielen und von seiner Begeisterung für die Astrophysik. Es wird eine lange Nacht, bis irgendwann ein Boot ruderlos auf dem See treibt und ein Fremder erscheint.
Was ist das Wichtigste im Leben? Und was genau richtig?

Jostein Gaarder: Genau richtig, Hanser, 128 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.11.2019


Buchcover: Wolgakinder

Wolgakinder

Jakob Bach ist 1916 Schulmeister in Gnadental, einem deutschen Dorf am Ufer der Wolga, um das die Zeitläufte keinen Bogen machen. Als er Klara, die Tochter eines reichen Bauern unterrichten soll, findet er in ihr die Liebe seines Lebens. Aber dann wird Klara vergewaltigt und stirbt bei der Geburt des Kindes. Unter schwierigsten Umständen zieht Bach Annchen allein gross. Doch die Politik aus Moskau macht vor den Dörfern der Wolgarepublik nicht Halt, und er, der nach Klaras Tod die Sprache verloren hat, vermag seine Tochter nicht an sich zu binden, die Kind einer neuen Zeit ist und den Verheissungen der Sowjets folgt … Gusel Jachinas grosser Roman erzählt anhand dem Schicksal berührender Figuren die Geschichte der Wolgadeutschen.

Jachina Gusel: Wolgakinder; Aufbau, 591 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.11.2019


Buchcover: Unhaltbare Zustände

Unhaltbare Zustände

Die sieben grossen Schaufenster werden feierlich enthüllt – und lassen die Waren des alteingesessenen Quatre Saisons in neuem Glanz erstrahlen. Für diese Momente lebt und arbeitet Schaufensterdekorateur Stettler schon mehrere Jahrzehnte. Nun, mit knapp sechzig, wird ihm überraschend ein jüngerer Kollege zur Seite gestellt – ein Rivale, ein avisierter Nachfolger, ein Feind!
Stettlers Welt beginnt zu bröckeln. Es ist das Jahr 1968, und es bröckelt auch sonst alles. Am Münsterturm hängt auf einmal eine Vietcong-Fahne. Stettler ist entsetzt. Immer mehr fühlt er sich bedroht, spioniert dem Rivalen sogar nach, sinnt auf Rache. Es ist auch ein zähes Ringen mit dem Alter, bei dem Stettler nur verlieren kann.
Allein mit einer von ihm bewunderten Radiopianistin wechselt er Briefe und fühlt sich nicht so verloren. Er hofft sogar auf eine Begegnung …
Ein Roman über einen, der sich gegen den Wandel der Zeiten auflehnt und dabei ins Wanken gerät.

Alain Claude Sulzer: Unhaltbare Zustände, Galiani, 272 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.10.2019


Buchcover: Allein oder mit andern

Allein oder mit andern

Für einige Monate ist Annabelle nach Kopenhagen gereist und probt dort ein anderes Leben. Sie besucht einen Englischkurs, wo sie die junge Berlinerin Rose kennen lernt. Daneben schreibt sie Briefe, an ihre Schwester Alice, die den Sohn verloren hat, an ihren norwegischen Freund Ólafur und an ihre drei erwachsenen Töchter. Besonders um Cora, die Jüngste, die noch nicht Fuss gefasst hat im Leben, drehen sich Annabelles Gedanken oft. Zur Ruhe kommt sie nur, wenn sie ihr Material am langen Tisch in der Gastwohnung ausbreitet und sich in ihre Collagen vertieft. Schneidend und zusammenfügend, verschiebend, schichtend und klebend kommt sie allmählich dem eigenen Familiengefüge auf die Spur. Dabei hilft ihr ausgerechnet die freakige Rose, die schonungslos die richtigen Fragen stellt.
Theres Roth-Hunkeler zeichnet das Porträt einer Familie, in der sich Rollen verschieben und Besetzungen ändern.

Theres Roth-Hunkeler: Allein oder mit andern, Edition Bücherlese, 317 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.10.2019


Buchcover: Happy End

Happy End

Déodat ist das Wunschkind seiner Eltern, nur leider furchtbar hässlich, weshalb sie ihn kaum anzusehen wagen. Doch seine Intelligenz lässt ihn sein Äußeres richtig einordnen und schnell einen Modus Vivendi finden, der ihn auch die Schulzeit überleben lässt. Mit Menschen kann er wenig anfangen, Vögel hingegen faszinieren ihn sehr. Auch Trémière wächst zurückgezogen und ohne Freunde auf, bei ihr ist es jedoch die Schönheit, die man ihr neidet und aufgrund derer sie abgelehnt wird. Eines Tages trifft der altkluge Junge auf das bildhübsche Mädchen, und eine wundersame Geschichte mit Happy End nimmt ihren Lauf.
Ein wundervolles, in die Gegenwart versetztes Märchen für Erwachsene mit viel Charme, Witz und eine Prise bitterbösen Humors.

Amélie Nothomb: Happy End, Diogenes, 187 Seiten

 

Buchtipp publiziert am 15.09.2019


Buchcover: Der kubanische Käser - das wunderbarliche Leben des Noldi Abderhalden

Der kubanische Käser - das wunderbarliche Leben des Noldi Abderhalden

In einer bitterkalten Winternacht im Frühmärz 1620 treiben Liebeskummer und Branntwein den jungen Toggenburger Noldi Abderhalden in die Fänge eines Anwerbers der Spanischen Armee. Als Reisläufer für die katholische Sache lernt der Sechzehnjährige das raue Soldatenleben kennen. Das Kriegshandwerk scheint ihm zu liegen, und die Kameradschaft sagt ihm zu. Als er den Heereskommandanten Gómez Suárez de Figueroa vor einer protestantischen Kanonenkugel rettet, wird er als Kriegsheld an den spanischen Hof beordert. Dort liesse es sich aushalten, doch das Leben hat andere Pläne. Noldi entgeht nur knapp der Spanischen Inquisition und wird nach Kuba verbannt, wo er eine Horde Rindviecher zu beaufsichtigen hat. Kein Problem für Noldi…
Patrick Tschan lässt einen geradlinigen Toggenburger quer durch die Wirren des Dreissigjährigen Kriegs marschieren und bitterem Ernst mit heiliger Einfalt die Stirn bieten.

Tschan, Patrick: Der kubanische Käser, Zytglogge AG, 185 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.09.2019


Buchcover: Unerhörte Stimmen

Unerhörte Stimmen

So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet. Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Fieberhaft denkt sie zurück an die Schlüsselmomente ihres aufreibenden Lebens, an den Geschmack von gewürztem Ziegeneintopf aus ihrer Kindheit, an den Gestank der Straße der Bordelle, wo sie arbeitete, und den Geruch von Kardamomkaffee, den sie mit einem jungen Mann teilte, der zu ihrer großen Liebe wurde.
Die Geschichte handelt von einer Frau, die am Rand der Gesellschaft Halt sucht, wo Freundschaften tief sind, aber das Glück flüchtig.
Elif Shafak erzählt von einer starken Frau in einem einengenden Umfeld - mal tragisch, mal berührend und doch sehr unterhaltsam. Mit Leila bekommen all jene Menschen eine Stimme, die darum kämpfen müssen, ihren eigenen, unkonventionellen Weg zu gehen.

Elif Shafak: Unerhörte Stimmen, Kein & Aber, 430 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.08.2019


Buchcover: Maschinen wie ich

Maschinen wie ich

Charlie ist ein sympathischer Lebenskünstler Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen ›Adam‹ geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen.
Dieser philosophische und ausgesprochen intelligente Roman, der aktueller nicht sein könnte, ist toll geschrieben und voller bemerkenswerter Gedanken, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Ian McEwan: Maschinen wie ich, Diogenes, 416 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.08.2019


Buchcover: Agathe

Agathe

Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. Bald wird er die Praxis in der Rue des Rosettes für immer hinter sich schliessen. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht.
Eine universelle Geschichte über Nähe und Freundschaft, Liebe und Verbindlichkeit – elegant und zeitlos, voll meditativer Zärtlichkeit und subtilem Humor.

Anne Cathrine Bomann: Agathe, Hanser blau, 155 Seiten

 

Buchtipp publiziert am 15.07.2019


Buchcover: Die Aussprache

Die Aussprache

Acht Frauen.
48 Stunden Zeit, die eigene Geschichte umzuschreiben.
Die fiktionale Geschichte und basiert auf realen Ereignissen einer mennonitischen Gemeinde in Bolivien. In den späten 00er Jahren wurden dort Mädchen und Frauen wiederholt unter Drogen gesetzt und vergewaltigt.
Jahrelang haben sie versucht, mit dem, was geschehen ist, zurechtzukommen. Jetzt haben die Frauen einer abgeschieden lebenden Gemeinschaft die Gelegenheit, alles anders zu machen. Und so ergreifen sie das Wort. Sollen sie bleiben oder gehen? Bleiben sie, dann müssen sie nicht nur angehört werden, sondern auch verzeihen. Gehen sie, müssen sie in einer ihnen gänzlich unbekannten Welt den Neuanfang wagen.

Kammerspielartig angelegt, liegt der Schwerpunkt des Romans bei den Gesprächen der Frauen, deren psychologischer, sozialer Ausrichtung und deren moralischem und theologischem Dilemma.

Mirjam Toews: Die Aussprache, Hoffmann und Campe, 256 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.07.2019


Buchcover: Die Hochhausspringerin

Die Hochhausspringerin

Riva ist Hochhausspringerin - ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?
"Die Hochhausspringerin" führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft. 

Julia von Lucadou: Die Hochhausspringerin, Hanser Berlin, 287 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.06.2019


Buchcover: Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada

Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada

Als Mädchen weigert sich die adlige Wiborada zu heiraten. Sie flieht ins Kloster St. Gallen zu ihrem Bruder und begibt sich auf eine gefährliche Pilgerreise nach Rom. Dort wird in ihr der Wunsch geweckt, ein religiöses Leben nach dem Vorbild der Mönche im Kloster St. Gallen zu führen - unmöglich für eine Frau im 10. Jahrhundert. Wiborada sucht ihren eigenen Weg. Von den Geistlichen misstrauisch beäugt, endet sie nur dank ihrer Verhandlungsgabe nicht auf dem Scheiterhaufen. Sie willigt ein, sich in eine Zelle einmauern zu lassen, wo sie ihr Leben ganz der Askese widmen könne. Doch die Mönche haben nicht mit Wiboradas seherischen Fähigkeiten gerechnet.

Ein historischer Roman über eine mutige Frau, die 100 Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen wurde.

Dorothe Zürcher: Stabilitas loci - Der Weg der Wiborada, Die Informationslücke, 380 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.06.2019


Buchcover: Meine Zeit mit Eleanor

Meine Zeit mit Eleanor

In der heissen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes 1932 reist die junge, erfolgreiche Reporterin Lorena Hickock in die Hauptstadt, um in einer Kolumne Einblicke in das Leben von Franklin D. Roosevelt und seiner Frau Eleanor zu liefern. Nur wenige Wochen nach dem neuen Präsidentenpaar zieht "Hick" ebenfalls ins Weisse Haus ein - und wird zur Geliebten der First Lady.
Sie lieben, fördern und fordern einander gleichermassen: die geistreiche Hick, die sich mit viel Biss aus armen Verhältnissen hochgearbeitet hat, und die idealistische, warmherzige Eleanor, die mit ihrem Kampf für die Menschen- und Arbeiterrechte, für Pressefreiheit und Gleichberechtigung in die Geschichte eingehen soll und deren diplomatischer Einfluss weit über den Tod ihres Mannes hinaus reicht. Was sie verbindet, ist ihr Glaube an die Sache und an ihre weibliche Stärke.
Ein fesselnder Roman von Leidenschaft und Mut, voll schlagfertiger Raffinesse und Zeitatmosphäre.

Amy Bloom: Meine Zeit mit Eleanor, Atlantik Verlag, 272 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.05.2019


Buchcover: Den Himmel finden

Den Himmel finden

Ein kleines Bergdorf in Italien. Hier lebt der namenlose Erzähler recht unbehelligt als Bildhauer, Restaurator und Bergführer, bis er eines Tages einen ungewöhnlichen Auftrag übernimmt: Er soll die lebensgrosse Statue eines gekreuzigten Jesus „entkleiden“. Dem in Marmor gehauenen Gottessohn wurde nachträglich ein Lendenschurz übergestülpt, nun soll er wieder in seiner ganzen Nacktheit erscheinen. Der selbst nicht sehr gläubige Erzähler ist ratlos – handelt es sich um einen Akt der Blasphemie? Er wendet sich an den Bischof, spricht mit einem Rabbiner und einem muslimischen Arbeiter, sucht Antworten auf die Frage nach den Grenzen von Leben und Kunst in der Religion. Eindrucksvoll und sprachmächtig schildert De Luca, wie sich dem Bildhauer während seiner Arbeit die Erfahrung des Glaubens immer tiefer erschliesst.

Erri de Luca: Den Himmel finden, List Medien AG, 190 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.05.2019


Buchcover: Alligatoren

Alligatoren

Seit Stunden belauern sie sich gegenseitig: das Alligatorweibchen, das seine Jungen beschützen muss, und Gertrude, deren vier Töchter seit Tagen nichts gegessen haben. Ein Schuss fällt, doch er trifft nicht das Reptil – es gibt Schlimmeres als den Hunger.
Auch Annie, die Plantagenbesitzerin, hat einen grösseren Feind, als sie wahrhaben möchte. Ihren jüngsten Sohn kostete das bereits das Leben.
Doch als Oretta, Annies schwarze Haushälterin und in erster Generation von der Sklaverei befreit, Gertrudes kranke neunjährige Tochter bei sich aufnimmt, finden diese drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, zusammen. Denn sie alle haben eins gemeinsam: die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung.
Der Roman gibt Einblick in die Lebenswelt dreier unterschiedlicher Frauen in den Südstaaten der 1920er

Deb Spera: Alligatoren, HarperCollins, 432 Seiten

Buchtipp publiziert am 14.04.2019


Buchcover: Kleine Helden

Kleine Helden

Der Architekt Sebastián verliert erst seine Arbeit, dann auch Ehefrau und Kinder – dennoch hilft er Sofía beim Wiederaufbau der Kinderbetreuung im Viertel. Eine Grossmutter stellt schon im September den Weihnachtsbaum auf, um ihrer Familie Mut zu machen. Alt und Jung, Singles und Familien, Spanier und Einwanderer, sie alle leben hier nebeneinander im Zentrum von Madrid. Und sie alle entdecken die unerwartete Kraft der Solidarität, als die Schliessung des Gesundheitszentrums droht. „Kleine Helden" ist das bunte, ergreifende Porträt ihres Viertels im heutigen Madrid.

Ein Roman, der von den kleinen und großen Nöten, aber auch Freuden der Bewohner eines madrilenischen Viertels handelt, über den Mut, gemeinsam aufzustehen in Zeiten von Globalisierung und Wirtschaftskrise.

Almudena Grandes: Kleine Helden, Hanser, 319 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.04.2019


Buchcover: Du bist in einer Luft mit mir

Du bist in einer Luft mit mir

Dimitri und Viktor wachsen in Miroslaw auf, wo Pferdemistinseln die schlammige Hauptstrasse zieren. Das kyrillische Abc lernen sie beim alten Diakon. Nach ihrer Studienzeit in Moskau hocken sie, nun Lehrer und Ingenieur und beide Nachwuchs erwartend, im Abstellraum des Schulhauses und gönnen sich täglich eine Partie Schach. Nur über die Revolution sind sie geteilter Meinung, und als Dimitri eines Tages das Leninporträt in hohem Bogen aus dem Fenster des Klassenzimmers wirft, wird sein Freund gegen ihn aussagen.
Dieses Verhängnis können die Kinder, Kirill und Sascha, die später wie Brüder sind und sich kleiden wie ihr Lieblingsdichter Puschkin, nur erahnen. Aber einem von ihnen verdanken wir diese ironische wie geistreiche doppelte Familiensaga, die spielerisch zwischen der Zarenzeit, der russischen Revolution und dem »grauen Niedergang der grossen Ideale« hin- und herspringt.

Ruska Jorjoliani: Du bist in einer Luft mit mir; Rotpunktverlag, 213 Seiten

Buchtipp publiziert am 14.03.2019


Buchcover: Alle, ausser mir

Alle, ausser mir

Kennen Sie Ihren Vater und seine Vergangenheit? Wissen Sie, wer er wirklich ist? Die vierzigjährige Lehrerin Ilaria hätte diese Fragen mit »ja« beantwortet, und auch ihre Angehörigen glaubte sie zu kennen – bis eines Tages ein junger Afrikaner vor ihrer Wohnung in Rom auftaucht und behauptet, mit ihr verwandt zu sein. In seinem Ausweis steht: Attilio Profeti, das ist der Name ihres Vaters … Der aber ist zu alt, um noch Auskunft zu geben.
Hier beginnt Ilarias Entdeckungsreise ihrer schier unglaubliche Familiengeschichte über drei Generationen, die eng mit der italienische Kolonialgeschichte des 20. Jahrhunderts in Äthiopien und Eritrea verbunden ist, bis hin zu den gegenwärtigen politischen Konflikten reicht und mit dem Schicksal der heutigen Geflüchteten verknüpft ist. Es entfaltet sich ein schonungsloses Porträt der italienischen Gesellschaft.

Francesca Melandri: Alle, ausser mir, Wagenbach, 604 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.03.2019


Buchcover: Was uns kostbar ist

Was uns kostbar ist

Was der ahnungslose Student Ryad bei seinem Ferienjob in Algier vorfindet, ist ein geschichtsträchtiger, einzigartiger Ort: In der Buchhandlung, die er ausräumen soll, wirkte einst Edmond Charlot (1915–2004), der hier 1936 ein blühendes Zentrum der Bücher gründete, Bibliothek, Verlag und Treffpunkt in einem.
Charlot entdeckte literarische Grössen des 20. Jahrhunderts wie Albert Camus. Während des Zweiten Weltkriegs galt er als »der Verleger des freien Frankreichs«. Trotz politischem Druck, einer Inhaftierung unter dem Vichy-Regime und kriegsbedingtem Papiermangel engagierte er sich unermüdlich für die Literatur. Nach Kriegsende wirkte er in Paris, wo er in finanzielle Not geriet und seine Autoren an die grossen Verlage verlor. Doch den Buchladen in Algier gibt es bis heute.
Der jungen algerischen Autorin gelingt eine Hommage an die Literatur und einen herausragenden Förderer. Sie erzählt zudem von einem politisch und kulturell engverwobenen und zerrissenen Mittelmeerraum in einer turbulenten Zeit.

Kaouther Adimi: Was uns kostbar ist, Lenos, 224 Seiten

Buchtipp publiziert am 14.02.2019


Buchcover: Ida

Ida

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der 'petite hystérie' und einer äusserst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgrossmutter Ida, die zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde.

Von ihr handelt dieser Roman. Katharina Adler erzählt die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. „Ida“ ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen, der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.

Katharina Adler: Ida, Rowohlt, 506 Seiten  

Buchtipp publiziert am 01.02.2019


Buchcover: Archipel

Archipel

Rosa kehrt auf die Insel Teneriffa und in das heruntergewirtschaftete Haus der vormals einflussreichen Bernadottes zurück. Was sie sucht, weiss sie nicht genau. Doch für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Ausgerechnet dort, wo Julio noch mit über neunzig Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio war Kurier im Bürgerkrieg, war Gefangener der Faschisten, er floh und kam wieder, und heute hütet er die letzte Lebenspforte der Alten von der Insel. Julio ist Rosas Grossvater. Von der mütterlichen Seite. Einer, der Privilegien nur als die der anderen kennt.
In "Archipel" führt die Autorin rückwärts durch ein Jahrhundert voller Umbrüche und Verwerfungen, grosser Erwartungen und kleiner Siege. Es ist Julios Jahrhundert, das der grossen Namen und der Namenlosen. Es ist eine Geschichte über Herkunft, Familie und Verlust.

Inger-Maria Mahlke: Archipel, Rowohlt, 432 Seiten

Buchtipp publiziert am 15.01.2019


Buchcover: Mittagsstunde

Mittagsstunde

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Grossmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Grossvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die grossen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen liess?
Mit grosser Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

Dörte Hansen : Mittagsstunde, Penguin Verlag, 320 Seiten

Buchtipp publiziert am 01.01.2019


Reguläre Öffnungszeiten

Dienstag: 15.30 Uhr - 17.30 Uhr
Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr
Samstag 09.30 Uhr - 11.30 Uhr

 

Öffnungszeiten während Schulferien

Donnerstag: 18.30 Uhr - 20.30 Uhr

Ferienplan auf der Webseite der Schule Lichtensteig